Das Herz der Mannschaft

Müsste ich mir den Namen eines Spielers auf das Trikot flocken lassen – es wäre „Levels“.

Tobias Levels spielt unterhalb des Radars der Öffentlichkeit. Er ist keine Säule der Mannschaft. Er ist noch nicht mal eine Stammkraft.

In einem zusammengekauften Kader ist er aber derjenige, der das repräsentiert, was mir wichtig ist. Er spielt seit der D-Jugend im Verein, er kommt aus der Region. Das alleine ist noch kein Verdienst. Was ihn auszeichnet, ist sein Charakter.

Er war nie ein Überflieger. Er hat sich über die Amateur-Mannschaft an die Profis herangekämpft. Sitzt er auf der Bank, klagt er nicht. Steht er auf dem Platz, gibt er 110% und zeigt Mitspielern und Gegnern, wo der Frosch die Locken hat.

Er steht nicht für hohe Fußballkunst, aber wenn es drauf ankommt ist er da. Wie im Rückspiel gegen Cottbus, als er der beste Mann auf dem Platz war und den Last-Minute-Treffer Dantes mit den Worten kommentierte “Das war eine Hormonausschüttung, wie ich sie zuletzt mit fünf Jahren im Phantasialand hatte“.

Nebenbei spricht er 4 Sprachen fließend und macht den Dolmetscher für die Neuzugänge. Und sagt von sich selbst „Mein Herz ist eine Raute“.

Solche Leute muss man haben. Einer, der alle anderen daran erinnert, dass die Borussia kein Allerweltsverein ist. Dass man stolz sein kann, das Trikot zu tragen und jeden Tag dafür arbeiten muss.

Und ich traue ihm zu, dass er in dieser Saison einen Sprung macht. Ich hatte den Eindruck, dass er im Mittelfeld, wie z.B. gegen Cottbus, besser aufgehoben ist als in der Abwehr, weil seine technischen Mängel dort nicht so schnell bestraft werden und er sich deshalb auch mehr zutraut und befreiter aufspielt. Aber egal auf welcher Position – er ist überall zweite Wahl. Das kennt er ja schon.