VfL vs. VfL: Eine undankbare Aufgabe

Einen Tag vor der Saisoneröffnung bin ich fast genauso schlau wie vier Wochen zuvor. Das könnte man Max Eberl als Verdienst anrechnen, denn wann war ich schon mal einen Monat vor Saisonstart bar jeder Hoffnung davon überzeugt, dass es eine verdammt knappe Nummer wird?

Nie! und das zeugt immerhin davon, dass man bei Borussia Mönchengladbach Überzeugungen lebt.

Ich durfte mich immerhin am letzten Samstag versichern, dass nicht alles schlecht ist, ja, dass vielleicht die eine oder andere Lehre in den Köpfen der entscheidenden Personen angekommen ist.

Das erste Mal seit langer, langer Zeit durfte ein 2-Mann-Sturm in persona der in der letzten Saison geschnittenen Colautti und Neuville auflaufen. Und siehe da: eine Leistungssteigerung um gefühlte 300 Prozent. Sowohl der bisher völlig enttäuschende Israeli als auch der alternde Capitano fanden völlig neue, alte Laufwege und fühlten sich offensichtlich pudelwohl in der Aufstellung. In dieser Form meldeten beide Ansprüche auf einen Stammplatz an.

Sensationelles war zu sehen: Standardsituationen, die genau dort landeten, wo sie eigentlich hingehören. Nachdem bereits in der letzten Saison Marin daran erinnern ließ, dass Flanken aus der ruhenden Position nicht zwangsläufig hinter dem Tor landen müssen, ließ El Hurrican Juan Arango vermuten, dass das rhythmische Klatschen der Fans künftig mehr sein könnte als eine spaßige aber brotlose Unterhaltung der Kurve.

Nun sollte an dieser Stelle nicht schon wieder der Optimismus walten. Jeder Leser, der ein wenig googlen kann, würde mir unterstellen, dass dies in den letzten fünf Jahren zu oft der Fall gewesen sei, als dass man ihn noch ernst nehmen könnte.

Nein. Für die Borussia ist gleich das erste Spiel eine Hausnummer. Bochum ist eine Mannschaft, die man kaum einzuordnen weiß. Der VfL aus dem Ruhrgebiet hat kaum Transfers getätigt und sich heimlich durch die Vorbereitung geschlichen. Umso schlechter ist er einzuschätzen. Ein Auftaktspiel gegen, sagen wir mal, Werder Bremen wäre dankbarer, weil man nur gewinnen könnte. Am Sonntag kann die Borussia beinahe nur verlieren.

Nur eines ist klar: So ein einfaches Spiel wie mit dem FSV Frankfurt wird man nicht haben. Im Gegenteil. Da trifft eine eingespielte Truppe auf eine teilweise neu formierte Mannschaft. Mit einem einzigen Punkt wäre ich zufrieden. Wenn es mehr wird, dann hätte Gladbach bereits einen guten Schritt in die richtige Richtung getan.